AutimusTherapieZentrum (ATZ) DER STEG

Autismusspezifische Förderung für Kinder und Jugendliche

ATZ Angebote

Was bietet das AutimusTherapieZentrum (ATZ)?

Für Kinder und Jugendliche mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) bieten wir verschiedene Therapie-, Förder- und Betreuungsangebote:

  • Individuelle Autismusspezifische Förderung (IAF) im Einzelsetting
  • Soziales Kompetenztraining in Gruppen (SKT)
  • Projekt ZEITRAUM: Familienentlastender Dienst, eine niederschwellige Betreuungsleistung für Kinder und Jugendliche, die innerhalb des ATZ gefördert werden.

Kinder und Jugendliche mit Autismus-Spektrum-Störung benötigen eine umfassende, auf ihre Motivationslage, Lernfähigkeit und Lernbedürfnisse abgestimmte Autismusspezifische Förderung und Therapie, um ihre individuellen Entwicklungspotentiale zu entfalten.

Unsere Angebote richten sich an Kinder und Jugendliche mit Autismus-Spektrum-Störung im Alter von 2 bis 18 Lebensjahre, an deren Eltern und Bezugspersonen, an pädagogisches Personal in Kindergärten und Schulen sowie an externe Therapeuten.

Schwerpunkte der Therapie- und Förderangebote können sein:

  • Frühförderung
  • Verhaltenstraining
  • Sprachanbahnung und Sprachtraining
  • Erweiterung des Interessenspektrums
  • Aufbau von Arbeits- und Lernverhalten, Lernförderung
  • Soziales Kompetenztraining, Theory of Mind-Training / Emotionstraining, Training der Beziehungsfähigkeiten
  • Stärkung von Selbstvertrauen und Selbstwert

Netzwerkarbeit ist uns dabei sehr wichtig. Dazu bieten wir Beratung und Anleitung für Eltern sowie Autismusspezifische Fachberatung in Kitas, Schulen, Einrichtungen.

Durch die MitarbeiterInnen unseres AutismusTherapieZentrums werden zurzeit ca. 80 Kinder und Jugendliche berlinweit gefördert.

Unser Verständnis von Autismus

Autismus ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, deren Ursache multikausal ist. Es treten Auffälligkeiten im Sozial- und Kontaktverhalten auf sowie in der Kommunikationsfähigkeit. Die Betroffenen verfügen über ein eingeschränktes Spektrum an Handlungen und Interessen. Kognitive, sprachliche, motorische, emotionale, interaktionale und soziale Funktionen können beeinträchtigt sein. Es zeigen sich Beeinträchtigungen in folgenden Funktionsbereichen:

  • Bedeutungen und Wert von Informationen begreifen/erfassen; flexibles Reagieren
  • Reflektionsfähigkeit, Einschätzen von Situationen und entsprechende Hypothesenbildung
  • Teilen unterschiedlicher Ansichten
  • Integration mehrerer Informationskanäle
  • Flexible und kreative Problemlösungsstrategien finden.

Defizite in der „Beziehungs-Intelligenz“ sind die Folge. Die Ausprägungsgrade sind sehr variabel. Dadurch ist auch das Diagnostizieren der Autismus-Spektrum-Störung erschwert. Das führt dazu, dass viele Kinder und Jugendliche erst spät entsprechend ihrer Motivations- und Lernbedürfnisse behandelt und therapiert werden können.

Das Konzept und unsere Methoden zur Qualitätssicherung

Ein umfangreiches Repertoire an Methoden ist erforderlich, um den verschiedenen autismusbedingten Beeinträchtigungen gerecht zu werden. Unser Konzept ist ganzheitlich, integrativ und systemisch orientiert. Wir fördern die Kinder und Jugendlichen individuell und unter besonderer Berücksichtigung ihrer persönlichen Voraussetzungen.

Für die individuellen Lernprogramme nutzen wir die folgenden wissenschaftlich anerkannten autismusspezifischen Förder- und Therapiemethoden:

  • Verhaltensmodifizierende Methoden (Applied Behavior Analysis – ABA nach Lovaas und Verbal Behavior VB)
  • TEACCH (Treatment and Education of Autistic and related Communication handicapped CHildren = Behandlung und pädagogische Förderung autistischer und in ähnlicher Weise kommunikationsbeeinträchtigter Kinder) für strukturierte und funktionsorientierte Übungen zur Erarbeitung von Orientierungshilfen im Alltag
  • NET (Natural Environment Teaching) beinhaltet das Lernen im natürlichen Umfeld – die natürliche Motivation des Kindes wird gestärkt und genutzt.
  • AIT (Aufmerksamkeits-Interaktions-Therapie), eine dynamische Therapieform mit prozessorientierten Übungen, die die Kommunikations- und Beziehungsfähigkeiten erweitert
  • RDI (Relationship Development Intervention) zur Beziehungsförderung
  • Soziales Kompetenztraining, Theory of Mind-Training ToM
  • PECS (Picture Exchange Communication System) zur Kommunikationsanbahnung
  • Affolter-Technik, sie wird u.a. angewandt bei Kindern mit angeborenen oder erworbenen Schädigungen des Zentralnervensystems. Ziel der Technik ist die Organisation bzw. Reorganisation des ZNS. Dazu werden die Hände des Kindes – beispielweise beim Anziehen einer Hose oder Jacke – geführt, Bewegungsabläufe werden trainiert.

Die Methoden werden wie Bausteine individuell variiert. Die Förder- und Lerninhalte sind genau auf den Entwicklungsstand des Kindes/Jugendlichen abgestimmt. Fähigkeiten werden gezielt geübt und in das alltägliche Leben so weit wie möglich integriert (generalisiert). Wir erstellen individuelle Therapie- und Förderpläne mit den Förderschwerpunkten

  • Verhaltenstraining
  • Aufbau von Arbeits- und Lernverhalten
  • Erweiterung der kognitiven Grundfertigkeiten als Basis für weiterführende Lernprozesse und für das Verstehen von Zusammenhängen
  • Sprachanbahnung und Sprachtraining
  • Erweiterung der kommunikativen und interaktiven Fähigkeiten sowie der Ausdrucksfähigkeiten
  • Erweiterung des Spielverhaltens und des Interessenspektrums
  • Erlernen von Kindergarten- und Schulfertigkeiten
  • Soziales Kompetenztraining, Theory of Mind-Training, Training der Beziehungsfähigkeiten
  • Stärkung von Selbstvertrauen und Selbstwert
  • Förderung der Grob- und Feinmotorik
  • Umwelterfahrung
  • Beratung und Anleitung für Eltern

Die Umsetzung der Förderziele wird regelmäßig dokumentiert.

Die Eltern erhalten Beratung und Unterstützung bei der Umsetzung von Förderzielen, die zuhause durchgeführt werden. Desweiteren werden die Förderschwerpunkte, -ziele und Methoden mit den Eltern, den Einrichtungen (Schule/Kita) und den externen Therapeuten (bspw. Logopädie, Ergotherapie) des Kindes besprochen und geplant.

Wir fördern die Kinder und Jugendlichen in unseren Therapieräumen an folgenden Standorten:

  • in Reinickendorf, Alt-Reinickendorf 29
  • in Schöneberg, Dominicusstraße 32
  • in Mitte, Inselstraße 6a (hier findet auch das Soziale Kompetenztraining in Gruppen statt)

oder in ihrem häuslichen Umfeld. Der genaue Förderort wird mit den Bezugspersonen festgelegt. Die Förderung findet in reizarmer Umgebung in einer Einzellernsituation (1:1 Setting) statt. Meist wird eine Arbeitsstation (nach TEACCH-Kriterien) eingerichtet. Es wird in anhaltender direkter Interaktion trainiert. Die Interaktionen sollen angenehm empfunden werden und motivieren. Das Kind bzw. der Jugendliche soll viel Spaß an der Interaktion haben.

Fähigkeiten werden in kleinschrittigen, strukturierten oder in dynamischen Programmen gezielt geübt und dann gemeinsam mit den Eltern und Betreuern in den Alltag integriert (generalisiert). Zum Generalisieren der gelernten Fähigkeiten wird das gesamte soziale und räumliche Umfeld genutzt, auch Spielplätze, Freizeiteinrichtungen oder öffentliche Räume wie bspw. Einkaufsläden.

Die begleitende Zusammenarbeit und der Austausch mit den Angehörigen sowie die Kooperation mit anderen betreuenden und fördernden Institutionen bilden einen weiteren Aufgabenschwerpunkt unserer Arbeit. Es werden Anleitung und Beratung im Umgang mit problematischen Verhaltensweisen geboten. Außerdem kann der Einsatz autismusspezifischer Fördermethoden begleitet werden.

Das Team

Unser Team besteht zurzeit aus 22 HochschulabsolventInnen folgender Fachrichtungen:

  • Rehabilitationspädagogik
  • Sonderpädagogik
  • Heilpädagogik
  • Pädagogik
  • Psychologie
  • Sozialtherapie
  • Sozialarbeit / Sozialpädagogik
  • Ergotherapie B.Sc.

Unsere MitarbeiterInnen verfügen über verschiedene therapeutische Zusatzqualifikationen und absolvieren Autismusspezifische Weiterbildungen.

Die niederschwellige Betreuungsleistung des Familienentlastenden Dienstes (Projekt ZEITRAUM) erfolgt in der Regel durch StudentenInnen pädagogischer Studienrichtungen.

Die Kostenübernahme

Voraussetzung für den Beginn einer Förderung durch das AutismusTherapieZentrum DER STEG ist die Diagnosestellung aus dem Bereich der Autismus-Spektrum-Störung (ASS), die in der Regel von Kinder- und Jugendpsychiatrischen Kliniken, Sozialpädiatrischen Zentren (SPZ) oder niedergelassenen Kinder- und Jugendpsychiatern vorgenommen wird.

Zur Diagnose Autismus-Spektrum-Störung (ASS) zählen:

  • Frühkindlicher Autismus
  • High-functioning-Autismus
  • Asperger Autismus
  • Atypischer Autismus
  • Rett-Syndrom.

Die Kostenübernahme für die Individuelle Autismusspezifische Förderung (IAF) und das Soziale Kompetenztraining in Gruppen (SKT) kann bei den Jugendämtern beantragt werden. Folgende Finanzierungsmöglichkeiten durch das Jugendamt gibt es:

Individuelle Autismusspezifische Förderung (IAF)
SGB VIII §§ 35a, 30, 31, 35

Soziales Kompetenztraining in Gruppen (SKT)
SGB VIII § 29 in Verbindung mit § 35a

Das Projekt ZEITRAUM ist eine krankenkassenfinanzierte Familienentlastung gemäß SGB XI §§ 45b und c.

Interessierten Eltern bieten wir eine kostenlose Erstberatung zu den Angeboten und Fördermöglichkeiten innerhalb des AutismusTherapieZentrums DER STEG. Termine können telefonisch vereinbart werden.

Beratung und Fortbildung für Kitas, Schulen, Einrichtungen

Das Wissen um die Wahrnehmungsbesonderheiten, die Schwierigkeiten in der Reizverarbeitung und in der Interaktion bei Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung ist für Fachkräfte, die diese Menschen begleiten oder mit ihnen arbeiten sehr wichtig, um Verständnis für ihre Bedürfnisse und Lernbesonderheiten zu haben. Oft stellt sich auch die Frage, welche Förder- oder Therapiemethoden sind geeignet und wie können sie eingesetzt werden.

Wir bieten Beratung und Fortbildung für Fachkräfte von Kitas, Schulen und Einrichtungen an. Sollten Sie Interesse daran haben, können individuelle Beratungs- und Fortbildungsangebote vereinbart werden.

Wen kann ich ansprechen?

Bereichsleitung:
Irmela Triebel, irmela.triebel@dersteg.de
Telefon 030 4985769-70
Telefax 030 4985769-99

Fachliche Leitung:
Juliane Succow, juliane.succow@dersteg.de
Telefon 030 4985769-70
Telefax 030 4985769-99
Mobil 0171 5167946

Familienentlastender Dienst, Projekt ZeiTraum:
Natalia Andreeva, natalia.andreeva@dersteg.de
Telefon 030 4985769-70
Telefax 030 4985769-99
Mobil 0151 17818358

DER STEG gGmbH
AutismusTherapieZentrums (ATZ)
Alt-Reinickendorf 29
13407 Berlin

Auch hier finden Sie Hilfe:

Ginette Mühlmann – Systemische Familientherapeutin (DGSF) und Mutter eines Kindes mit Asperger Syndrom bietet Elternkurse an für Eltern bzw. Bezugspersonen, die ein normal begabtes Kind mit einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) haben oder dieses betreuen.

Weitere Informationen: ginettemuehlmann.de

Wir stehen im Austausch mit dem Elternzentrum Berlin e.V. Hier werden Eltern von Eltern und Fachleuten beraten, Autismusthemencafés organisiert und Fortbildungen angeboten, außerdem fördert das Elternzentrum den Erfahrungsaustausch der Fachleute untereinander.

Letzte Änderung: April 2014
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