Therapeutische Jugendwohngruppen

Wir bieten therapeutische Wohngruppen für Jugendliche an, die zum Beispiel unter Psychosen, Ängsten, Phobien, Zwängen oder Traumatisierungen, am Asperger-Syndrom oder einer Borderline-Störung leiden.

Ansprechpartner*innen

Holger Städter
Bereichsleitung TJWG
» holger.staedter@dersteg.de
Mobil 0160 / 630 04 81
Tel 030 / 498 57 69 30
Fax 030 / 498 57 69 99

Janine Schröder
Teamleitung TJWG Haus 1 und Haus 2
» janine.schroeder@dersteg.de
Tel 030 / 916 45 43 (Haus 1)
Tel 030 / 916 45 42 (Haus 2)

Susanne Gräfe
Teamleitung TJWG Haus 3
» susanne.graefe@dersteg.de
Tel 030 / 498 57 69 41

Bettina Lohse
Teamleitung TJWG Haus 5
» bettina.lohse@dersteg.de
Tel 030 / 74 10 60 78

Cathrin Beuge
Teamleitung TJWG Haus 6
» cathrin.beuge@dersteg.de
Tel 030 / 34 62 76 48

 

Gemeinsam wachsen

Seelische Krisen und die Entwicklung psychischer Auffälligkeiten verändern das Zusammenleben zwischen Eltern und Kindern stark. Manchmal ist ein Zusammenleben in der Familie dann nicht mehr möglich. Wir bieten Jugendlichen mit psychischen Beeinträchtigungen Betreuung in Form von Wohnplätzen an. Junge Menschen ab 14 Jahren, die zum Beispiel unter Psychosen, starken Ängsten, Phobien, Zwängen, Traumatisierungen, psychosomatischen Störungen, einer Borderline-Störung oder dem Asperger-Syndrom und ähnlichen Störungsbildern leiden, finden bei uns Aufnahme und Unterstützung.

Unser Betreuungsangebot besteht aus kleinen geschützten Wohngruppen mit jeweils sechs Plätzen. Jede Gruppe ist in einem großzügigen Einfamilienhaus untergebracht, alle Häuser liegen in reizarmen und ruhigen Umgebungen. Die Jugendlichen werden vor Ort von einem multiprofessionellen Team aus Betreuer*innen, Psycholog*in sowie einer Teamleitung rund um die Uhr betreut.

Der strukturierte Alltag und das Leben in einer Gruppe schaffen einen stützenden Rahmen, in dem altersangemessene Entwicklungsschritte erlernt und bewältigt werden können, wie zum Beispiel sich als Teil einer Gruppe erleben, kochen, Freizeit gestalten oder mit Geld umgehen. Darüber hinaus unterstützen die Sozialarbeiter*innen sie in der Entwicklung einer geeigneten Schul- und Berufsperspektive und helfen bei der aktiven Auseinandersetzung mit der Symptomatik sowie bei der Bewältigung seelischer Probleme. Außerdem wird das Verständnis zwischen Eltern und Kindern aktiv gefördert.

 

Therapeutische Jugendwohngruppe für junge Menschen mit Psychosen

Wir haben langjährige Erfahrung in der Arbeit mit Jugendlichen mit psychotischen Erkrankungen, wie beispielsweise Schizophrenie, und bieten hierzu anerkannte Trainings und Therapiemethoden an. Unsere stationäre Arbeit soll den jungen Menschen eine psychische Stabilisierung ermöglichen und sie befähigen, einen hilfreichen Umgang mit der Psychose und deren psychosozialen Folgen zu entwickeln. Durch die direkte Arbeit mit den Psycholog*innen in den Teams der Wohngruppen kann das therapeutische Programm optimal mit der pädagogischen Arbeit des Teams vernetzt werden, sodass erneute psychotische Entwicklungen häufig frühzeitig erkannt und die Jugendlichen stabilisiert werden können, ohne dass es zwingend zu einer Klinikeinweisung kommen muss.

Unser Angebot umfasst psychologische Einzelgespräche, familientherapeutische Gespräche und bei Bedarf moderierte Elterngruppen sowie die Vermittlung externer Therapieplätze.

 

Therapeutische Jugendwohngruppe für junge Menschen im Autismus-Spektrum

Für junge Menschen mit einer Autismus-Spektrums-Störung, die sich in ihrem bisherigen Umfeld nicht mehr adäquat weiterentwickeln können, bieten wir spezielle Unterstützung in Form einer Wohngruppe an. Zum Betreuer*innen-Team gehört hier eine ausgebildete autismusspezifische Fachkraft, die das Team berät und engen Kontakt zu den Jugendlichen hält.

Die Arbeit erfolgt nach einem integrativen Konzept unter Einbezug wissenschaftlich anerkannter autismusspezifischer Förder- und Therapiemethoden entsprechend der jeweils aktuellen Standards. Elemente verhaltensanalytischer und verhaltensmodifizierender Prinzipien in Anlehnung an ABA und VB stellen das methodische Fundament dar. Darauf aufbauend werden die Methoden individuell variiert sowie die Förder- und Lerninhalte auf den Entwicklungsstand der*des Jugendlichen abgestimmt. Von uns genutzte Methoden sind ABA und VB (Applied Behavior Analysis und Verbal Behavior), SKT (Soziales Kompetenz Training) sowie ToM (Theory of Mind Training).

Eine erfolgreiche Therapie erfolgt immer in Zusammenarbeit mit der*dem Jugendlichen, den Eltern, dem zuständigen Jugendamt sowie den beteiligten Fachdiensten und Kliniken. Für eine bestmögliche Entwicklung sind wir dabei vor allem auf die Mitarbeit der Eltern angewiesen. Wir führen mit ihnen und den Bewohner*innen regelmäßige Beratungsgespräche, um zu einer Klärung der Familiensituation beizutragen.

 

Dialektisch-Behaviorale-Therapie für Adoleszente (DBT-A) für junge Menschen mit selbstverletzendem Verhalten oder Borderline-Störung

Jugendlichen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung, emotionaler Instabilität oder selbstverletzendem Verhalten bieten wir ein spezielles therapeutisches Setting an, die DBT-A (Dialektisch-Behaviorale-Therapie für Adoleszente). Die DBT-A besteht aus Einzeltherapie und Fertigkeitengruppe. Beide Bestandteile werden von Psycholog*innen geleitet und finden einmal wöchentlich statt. Die in der Fertigkeitengruppe erlernten Skills helfen dem*der Jugendlichen, innere Anspannungen abzusenken. Es geht hier vor allem um innere Achtsamkeit, Erhöhung der Stresstoleranz, Umgang mit Gefühlen, Ausbau zwischenmenschlicher Fähigkeiten sowie Förderung des Selbstwerts. Während der Einzeltherapie wird die individuelle Problematik der*des Jugendlichen vertieft betrachtet und in einen sinnvollen Zusammenhang mit den Übungen der Gruppe gebracht. Teil der DBT-A ist außerdem ein Non-Suizidvertrag, in dem die*der Jugendliche versichert, am Leben bleiben zu wollen. Ein Suizidversuch kann zu einem Auszug aus der TJWG führen, wenn der therapeutische Kontrakt auch in der Reflektion des Suizidversuchs nicht wiederhergestellt werden kann.

Eltern und Jugendliche werden vor dem Einzug über die Ziele und Methoden der DBT-A informiert und stimmen diesen schriftlich zu. Für einen erfolgreichen Therapieverlauf ist die Zustimmung und Motivation der*des Jugendlichen zur DBT-A unabdingbar.

 

Teams und Standorte

Unsere Teams bestehen aus je einer Teamleitung sowie pädagogischen Betreuer*innen, Sozialarbeiter*innen und Psycholog*innen mit mindestens systemischer Zusatzausbildung. Wir betreuen und unterstützen die Jugendlichen 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr im Drei-Schicht-System.

In unseren sechs Häusern leben jeweils sechs Jugendliche in hellen Einfamilienhäusern mit Garten in reizarmer Umgebung. Jede*r Jugendliche hat ein eigenes Zimmer. Hinzu kommen Küche, Bad, Wohnzimmer und Freizeiträume, die gemeinsam genutzt werden.

 

Voraussetzungen und Kostenübernahme

Das Angebot richtet sich an Jugendliche ab 14 Jahren mit psychischen Beeinträchtigung (z.B. Psychosen, Ängsten, Phobien, Zwängen, Traumatisierungen, psychosomatischen Störungen, selbstverletzendem Verhalten), die bereits Kontakt zum Jugendamt haben sowie den Willen aufbringen, etwas zu verändern und Unterstützung anzunehmen.

Kostenträger ist das Jugendamt (SGB VIII). Für eine Übernahme der Kosten können die Sorgeberechtigten beim Jugendamt einen Antrag auf Hilfe zur Erziehung stellen, wenn der*die Jugendliche von ärztlicher oder psychiatrischer Seite eine Zuordnung zum § 35a SGB VIII (von seelischer Behinderung bedroht) bekommen hat.